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Systeme und Integration

Systeme sind nie vollständig integrierbar.

Jeder, der das Leben kennt, weiß das (eigentlich): Das Leben besteht auch aus Einbrüchen, Sprüngen, unerwarteten Gefahren! Disruptive Änderungen heißt dies im aktuellen Managementslang. Integration bedeutet, dass ein System die Ungewissheiten der äußeren und inneren Umwelt so kalkuliert, dass ein stetiger, kontrollierbarer Prozess entsteht. Ohne eine solche Leistung wäre das System zu labil und zu fragil. Versucht es indessen, alles zu beherrschen, würde es

  1. etwas Unmögliches versuchen (Wer oder was könnte alles wissen?),
  2. in diesem Versuch sich überlasten (Wer oder was könnte schon alle Information verarbeiten?) und
  3. zu wenig Ressourcen übrig haben, um robust sich auf Unerwartetes einzustellen.

Systeme müssen also beides leisten: Sicherheit schaffen und Unsicherheit tolerieren. Integration bewerkstelligen und Desintegration ausreichend zulassen. Ein vollständige Beherrschung der Unsicherheit (Planungen, Rezepte, Manuale) würde die Illusion schaffen, dass die Welt homogen ist. Der Einzelfall kommt in der Statistik und der Welt der Differentialgleichungen unter die Räder.

Speziell für Beratung, die ja häufig bei unerwünschten und unverhofften Verhältnissen gerufen wird, ist es wichtig, von Desintegration, vom Einzelfall und vom Nicht-Kalkulierbaren etwas zu verstehen.