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Systeme und Identität

Wie so oft ist auch hier die zu klärende Frage: Was ist das Problem, für das Identität (einer Person, eines Teams oder einer Organisation) die Lösung ist?

Das „Identitätsproblem“ entsteht, wenn ein System zwischen verschiedenen Handlungen wählen muss. Denn wie, kann es mit sich identisch werden, wenn doch unterschiedliche Alternativen ganz andere Folgen hätten? Das System braucht dann Kriterien, um für sich und seine Umwelt wiedererkennbar zu werden. „Bist Du es, Hanna?“ ist etwa die Frage, wenn man sich nach 30 Jahren wieder begegnet und viele Wahlvorgänge (Kleidungsstil, Frisur, Haltung, Sprache, Gestus etc.) in dieser Zeit verpasst hat.

Damit braucht es „Identität“ nur hin und wieder! Nämlich immer dann, wenn spezielle Wahlvorgänge („Kaufe ich die Vase?“ oder „Entwickeln wir so ein Produkt?“) eine Orientierung benötigen, die sich auf die (komplexe) Gesamtheit des Systems bezieht („Passt die Vase zu meinem Einrichtungsstil?“ oder „Passt das Produkt zu unserem Portfolio, unseren Kunden, unseren Kompetenzen, unseren Märkten und unserem Budget?“). Identität ist also nötig, um Möglichkeiten einzugrenzen. Andernfalls würde ein System sich in der Fülle der Varianten verlieren und auflösen. Identität ist also nicht das, was vorliegt, gewissermaßen das „Ganze“, sondern es ist ein Vorgang, der es erlaubt, eine Grenze zur Komplexität der Welt zu bilden.