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Symbiose

Symbiose wird hier als psychologischer Begriff benutzt. Er meint, dass Menschen ihr Wohlbefinden dadurch sicher stellen möchten, indem sie etwas, was sie selbst nicht können, dauerhaft von einem anderen Menschen erledigen lassen (wollen). Man kann sich selbst nicht wertschätzen und sucht sich jemanden, der das tut. Man kann anderen nicht nahe kommen und sucht sich jemanden, der das ständig tut. Man weiß nicht, was man will, und sucht sich jemanden, der einem sagt, was zu tun ist. Diese eher etwas platten und offensichtlichen Beispiele können darüber hinwegtäuschen, wie subtil und raffiniert solche Symbiosen im Alltag funktionieren („Er braucht mich doch!“) und wie sehr sie ein Ausdruck davon sind, dass Selbstverantwortung, Selbstwahrnehmung und Bedürfnisregulation eingeschränkt sind. Deshalb ist es für Menschen in symbiotischen Strukturen oft äußerst beängstigend, wenn sie an diesen Verhältnissen etwas ändern sollen oder müssen. Dies ist in Beratungskontexten wichtig wenn man ungünstige Formen der Überforderung und negative Effekte der Beratung vermeiden will. Gleichzeitig ist ohne Änderung der symbiotischen Muster bzw. der äußeren Verhältnisse eine Veränderung der psychischen Muster oft nur begrenzt möglich.



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