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Sicherheitsbedürfnis

Sicherheit wollen fast alle. Sie ist nicht so sexy wie Freiheit, aber man will eben doch nicht darauf verzichten. Sicherheit wird meist im Außen gesucht – ähnlich wie Freiheit. Hier ist es aber noch heikler, darauf zu setzen, äußere Umstände so zu stabilisieren, dass sie hinreichend sicher sind – heute mehr denn je. Kaum etwas ist mehr sicher: Renten, Lebensversicherung, der Job sowieso, Marktumfeld, Karrieren, Ehen, Freunde… Deshalb wird die seelische Kompetenz, Sicherheit zu finden, indem man sicher im Umgang mit Unsicherheit wird, so wichtig. Sicherheit ist – wie Freiheit – ein innerer Status: Ich bin sicher, dass ich egal, was das Leben bringt, zusammen mit anderen eine Antwort darauf finde. Die Zeiten, wo die Sippe im Zweifel für alles gesorgt hat, sind fast überall vorbei. Daher braucht es verlässliche innere Strukturen: Selbstdisziplin, Ausdauer, klaren Verstand, die Fähigkeit, etwas zu hinterfragen und kritisch zu prüfen, Informationen einzuholen sowie Regeln, Werte und Routinen, die nicht leichtfertig in Frage gestellt werden, Emotionssteuerung, die Fähigkeit, Wünsche aufzuschieben, sorgfältig sein zu können und für einen Plan B zu sorgen. Alle diese Fähigkeiten können beeinträchtigt sein, weil man in Kontexten groß geworden ist, in denen man nicht wirklich erwachsen werde durfte, weil man zu viel zu schnell zu leicht alles bekommen hat. Wer nicht lernen durfte, sich anzustrengen, zu verzichten und mit Mangel auszukommen, kann es schwer haben im Leben. Es ist daher durchaus anspruchsvoll, Sicherheit in einer zwangsläufig unsicheren Welt so zu leben, dass die Sicherheit nicht im Außen, sondern im Innen gesucht und gefunden wird. Ein Anlass für Beratung, der sich lohnt.



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