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Selbstverantwortung und Vermeidung

Selbstverantwortung besteht darin zu wählen, ob und wie man Einfluss hat, also sich als Handelnder erlebt, und wo man Betroffener ist. Man kann diese Entscheidungsmöglichkeit nutzen, um etwas, etwa Regeln, Normen oder Verbote als „gesetzt“ und unabänderlich anzusehen. In dem Fall mache ich mich zum Betroffenen einer feststehenden „Wahrheit“ („So ist das!“). In der Psychologie nennt man dies Introjektion. Etwas Fremdes wird als etwas Eigenes, das nicht veränderbar ist, wahrgenommen. Dies ist in vielen Fällen dysfunktional, da man einschränkende oder fehlleitende innere Regeln nicht mehr in Frage stellt und Knecht übernommener Gesetze wird. Der spiegelbildliche Vorgang läuft ab, wenn man sich entscheidet, eigene Impulse oder eigene Vorstellungen dem Außen zuzuschreiben. Man sieht im anderen sich selbst und vergisst dies. Das nennt man dann Projektion. Auch hier wird der Vorgang dsyfunktional, wenn sich dadurch die Freiheit des Einflussnehmens unangemessen reduziert und man glaubt, andere oder anderes verändern zu müssen und nicht sich selbst. Überspitzt formuliert: Wer mit sich im Frieden ist, wird im Außen keine unnötigen Konflikte bekommen. Wer innerlich voller Konflikte ist, wird diese im Außen erzeugen, wo sie nicht lösbar sind. Für Beratung ist also die Analyse dessen, wofür sich jemand nicht verantwortlich fühlt – egal ob in Bezug auf sein Innenleben oder seine Außenwelt – unabdingbar, um dem Klienten helfen zu können und ihn zu verstehen.



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