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Risiken von Planung

Soll geplant werden müssen die Verhältnisse in Organisationen so aufbereitet werden, dass sie „planungstauglich“ werden. Das impliziert vor allem und insbesondere Messbarkeit. Was nicht messbar ist, kann weder aus Ausgangsgröße noch als Meilenstein in die Planung sinnvoll einfließen. Die interne Organisationswelt auf Zahlen zu bauen, birgt nicht unerhebliche Risiken, da so in den Plan das Wirksame jenseits formaler Daten, jenseits offizieller Inputs und jenseits dessen, was man kalkulieren kann, nicht einfließt.

Planung ist primär ein Phänomen innerhalb der Organisation. Sie ist mit sich selbst beschäftigt. Solche Formen der Eigenbeschäftigung haben kein Ende in sich, sondern können ausufern, sind beliebig steigerbar, solange die Organisationen dafür Mittel bereithält. Das oft beklagte „Wuchern“ von Controllingprozessen und -abteilungen ist dafür ein schöner Beleg.

Schlussendlich plant die Planung sich selbst meist nicht ein. Planung als gegenwärtiger Ressourcenverbrauch gilt gewissermaßen häufig als gesetzt und unumgänglich. Auch dies kann gefährlich sein, da es Zeit kostet. Während die einen noch planen, haben die anderen durch einen unvollkommenen Prototypen alle Marktaufmerksamkeit auf sich gezogen.

Besonders schwierig ist es, geplant Planungen wieder abzuschaffen. Planungsstrukturen haben eine Resistenz, die sie oft gegen Änderungen immunisiert. Das kann dann als Gefahr angesehen werden, weil es schwer ist, wieder in die Risikoposition zu kommen, also entscheidungsfähig zu werden, etablierte Planungen aufzugeben.