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Resonanzfähigkeit beim Klienten

Worauf ein System mit Resonanz reagiert und worauf nicht, ist in der prozessual angelegten Metatheorie ähnlich dem, was in anderen (metaphysischen) Theorien „identitätsstiftend“ genannt werden würde. Darum kommt der Fähigkeit, mit dem in Resonanz zu gehen, was zum Erhalt und zur Stabilität des Systems nötig ist, besondere Aufmerksamkeit zu. Die Fähigkeit, offen auf wertvolle Impulse im Außen (etwa Liebe, Fürsorge, Schutz, Begehren, Zusammensein-Wollen, Kräfte messen etc.) zu reagieren, kann punktuell, graduell oder recht generell beeinträchtigt sein. Manche Menschen lassen sich von bestimmten Reizen nicht mehr erreichen, weder emotional noch kognitiv. Sätze wie „Ich meine es doch gut mit Dir!“ glaube ich dann nicht und ich spüre auch nichts davon. Stattdessen unterstelle ich: „Du hast nur eigene Interessen im Sinn!“. Die eigene Resonanz wiederzugewinnen, ist meist mit sehr unangenehmen Gefühlen verbunden. Denn das Vermeiden dieser Gefühle war meist das Motiv, diese bis dato einzuschränken. Wer im Außen etwas ausblendet, braucht im Innen nichts zu fürchten. Dies ist der Grund, warum Menschen sich vor vermeintlich Positivem so fürchten können und z.B. eine Beziehung beenden, wenn der andere heiraten möchte, oder den Job kündigen, wenn sie erfolgreich zu werden drohen. Nur auf Abwertung und negative Signale im Außen zu achten, kann eine „Identität“ schaffen nach dem Motto „lieber garstig sein als ein Niemand“. Das ist der Grund, warum Beratungs- und Therapieschulen, die mit purer Zuwendung und Wertschätzung eine korrigierende emotionale Erfahrung ermöglichen wollen, scheitern, wenn die Resonanzfähigkeit des Klienten für diesen Umweltreiz nicht vorhanden ist oder nicht genutzt werden kann.



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