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Regulationskompetenz „Verabsolutiert“

Konfliktregulation braucht den Pol „Verabsolutiert“. Verabsolutiert muss man sein, um Standpunkte mit Kraft, Eindeutigkeit und Entschlossenheit aufzuladen. Das geht oft nicht, ohne diese Standpunkte mit Bewertungen zu versehen, mit Worten wie „gut“ und „richtig“ zu etikettieren.

Ob man das tut, lässt sich mit Hilfe dieser Frage reflektieren:

  • Habe starke sachliche Überzeugungen für die ich entschlossen eintrete, weil ich sie für richtig halte?
  • Zweifle ich bisweilen vorzeitig, vorschnell, überstürzt, überangepasst oder ängstlich an meinen eigenen Argumenten?
  • Setze ich Energie und Intelligenz in die Begründung eigener Ansichten?
  • Wenn nicht, was hält mich ab?
  • Kann ich ohne innere Schuldgefühle die Überzeugungen anderer hinterfragen und kritisieren?
  • Habe ich gelegentlich starke Konflikte, weil wichtige Überzeugungen verletzt werden?

Wer Überzeugungen hat, hat allerdings darauf aufbauend eine weitere Leistung für die Regulation seines Konfliktverhaltens zu erbringen. Er muss sich die Frage stellen, ob diese Überzeugung etwas Sachbezogenes ist oder ob sie hilft, eine Identität zu schaffen. Wer sich mit seinen Meinungen und Überzeugungen verwechselt, für den steht in Konflikten zu viel auf dem Spiel – denn er droht nicht zu mit der Meinung zu unterliegen, sondern er droht selbst unter die Räder zum kommen. Das aber maximiert das Risiko.