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Reagieren

Wenn die Psyche auf alles reagieren würde, was die Umwelt zur Verfügung stellt, würde sie sofort wegen Überlastung zusammenbrechen. Wie bei jedem anderen System ist die menschliche Resonanz hoch selektiv, d.h. das meiste wird ignoriert. Um aber überhaupt reagieren zu können, in Schwingung kommen zu können, braucht es innere Empfänglichkeit. So wie man ohne die Empfänglichkeit des Sehnervs für Lichtwellen nichts sehen könnte, so können wir ohne Resonanzfähigkeit für Gefühle, für Sprache, für Körpersprache und für Denken nicht auf derartige „Angebote“ aus der Umwelt reagieren. Systeme unterscheiden sich von ihrer Umwelt und voneinander nun dadurch, wie sie diese Resonanz gestalten. Darum gehört es zum Gelingen des Lebens, Resonanzentscheidungen zu treffen: Worauf möchte man reagieren und was möchte man ignorieren. Dass viel davon abhängt, wie frei diese Wahl ist, wie passend oder unpassend wir etikettiert wurden („Du bist die Musikalische!“), welche Resonanz mit Lust und welche mit Unlust verknüpft wurde, versteht sich von selbst. Resonanzmuster können sich aber ändern, darum ist dieser Leitprozess aus metatheoretischer Veränderungssicht so wichtig. Denn für Beratung hat dies – neben anderen – eine wichtige Folge: Wirksam ist der Berater dann, wenn die Interventionen im Klienten Resonanz finden. Das heißt allerdings auch: Was für den einen passend ist, ist für den anderen falsch.



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