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Passend

Der Unterscheidungspol „passend“, den der Leitprozess Personal nutzt, meint, dass Organisationen immer die Relation von „Stelle“ und „Person“ beobachten. Sie können nicht anders als entscheiden, ob zwischen Stelle und Person ein „Passung“ besteht (oder nicht). Das Wort „passend“ ist also keine Bezeichnung für die Person (im Sinn von Eignung)! Es ist statt dessen eine Aussage darüber, dass die Organisation eine bestimmt Person für die Entscheidungsvorgänge nutzen möchte, die mit der entsprechenden Stelle verknüpft sind. Die Gründe, die zu einer solchen Einschätzung führen, können unendlich variieren: Fachkompetenz (oder Inkompetenz, etwa um den Vorgesetzten nicht in Frage zu stellen), Temperament, Kommunikationsverhalten, Ausbildung, soziale Herkunft, Vertrauen von oder Loyalität zu Mächtigen, Akzeptanz im Umfeld u.v.a.m.. Meist gibt es offizielle und inoffizielle Faktoren!

Egal welche Gründe – die Entscheidung für eine Person an einer Stelle ist ein wichtiger Vorgang. Dieser wirkt sich auf alle anderen Leitprozesse aus: Wie risikoaffin oder -avers, wie regel- und kontrollorientiert, wie kunden- oder kostenzentriert, wie gutsherrenartig oder im Team jemand entscheidet, wie konservativ oder progressiv, komplexitäts- oder steuerungsliebend jemand ist – all das hat enorme Auswirkungen auf die Entscheidungsmuster der Organisation. Daher wird dies auch mehr oder weniger explizit geprüft und ins Kalkül gezogen. Dabei kann man nie wissen, wie sich eine bestimmte Person an einer bestimmten Stelle  verhält (siehe Gorbatschow!). Beim Zusammenkommen von beiden bleibt immer ein unkalkulierbarer Rest.