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Partizipation bei Entscheidungen

An Entscheidungen beteiligt zu werden, gilt – Stichwort Demokratisierung – gemeinhin – als wünschenswert. die Gründe, warum die Beteiligung vieler Personen als günstig angesehen wird, sind vielfältig: Man rechnet mit besseren Entscheidungen, mit weniger unbedachten Nebenfolgen, mit mehr Motivation der Beteiligten, mit mehr Akzeptanz der Entscheidung und mit mehr Entschlossenheit in der Umsetzung. Selbstverständlich ist das alles richtig bzw. kann es sein.

Doch sind in Organisationen (und darüber hinaus) die Verhältnisse nicht so eindeutig und einfach. Partizipative Formen der Entscheidungsfindung verbrauchen immer auch Zeit. Die Realität der Zeitknappheit wird so zum Problem, weil bis alle gefragt sind oder sich geeinigt haben, der Termin für die Entscheidung schon vorbei ist. Auch die Annahme, dass Personen per se ein Interesse an Beteiligung haben, muss differenziert werden: Es kann gefährlich sein, an einer Entscheidung beteiligt zu sein, da man zur Verantwortung gezogen werden kann und rechenschaftspflichtig wird. Überforderungsgefühle in der Entscheidungsfindung und entsprechende Ausweichbewegungen – Anpassung an die Mehrheit, Umständlichkeit, Verweigerung etc. – kommen hinzu. Ein Konfliktpotential ist immer gegeben, so dass auch die einseitige Annahme, dass Partizipation zu Einigkeit in der Gruppe der Entscheider führt, nur eine Variante dessen ist, was man beobachten kann.

Organisationen – und nicht nur diese – brauchen daher immer auch Begrenzungen und Stoppregeln für die Beteiligung von Stellen und Funktionen an Entscheidungsprozessen.



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