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Nähe in Paarbeziehungen

Nähe ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Paarbeziehung. Deshalb verliebt man sich – man will alles miteinander teilen. Dieser „Honeymoon“ verliert sich meist im Alltag. Der Austausch, das Pflegen von Intimität, das Lebendighalten der Bezogenheit, das Sich-in-den-Augen-des-anderen-Verlieren-wollen müssen bewusst kultiviert werden. Wer damit rechnet, dass dies ein Selbstläufer ist, verkalkuliert sich leicht. Warum? Nähe als Attraktor ist im Kern an Neugier, also auch an Neues gekoppelt. Wenn das Neue mit dem Partner verbraucht ist – man kennt dann schon den Leberfleck unter dem Schulterblatt – braucht es ein bewusstes Kultivieren von Neuem. Diese Kunst ist das Geheimnis von langen Beziehungen, die ständig das Vertraute mit dem Neuen  kombinieren. Dadurch bleibt ein friedvolles Schwelgen in spannendem Vertrautem und geteilten Überraschungen möglich. Neben der Neugier ist das Sich-Berühren-Lassen vom Erleben des Partner von ausschlaggebender Bedeutung. Die simple Frage: „Hat es Dir geschmeckt?“ kann Konvention sein oder Anteilnehmen am Erleben des anderen. Klar ist – ohne Nähe werden Beziehungen zum Neben- oder Ohneeinander. Dann bestimmt der Zufall, ob man gemeinsam alt wird, ob der Zusammenhalt irgendwann nur noch in Konflikten besteht oder ob neue Menschen die erloschene Neugier wecken und neue Beziehungen eingegangen werden.



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