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Mobbing

Mobbing hat keinen guten Ruf, da man in diesen Prozess meist eine Täter-Opfer-Spaltung hineinprojiziert, um dann mit den Tätern oder dem Opfer zu sympathisieren. Dies ist nicht sonderlich hilfreich.

Der theoretische Ort für das Phänomen „Mobbing“ ist der Leitprozess Teamgrenze. Man kann es als eine nicht-formell, meist nicht-hierarchische Form begreifen, wie in einem Team der Exklusionsprozess gestaltet wird. Dass es zu dieser Form kommt, kann nun an sehr unterschiedlichen Faktoren liegen.

Zum einen kann es selbstverständlich Ausdruck eines destruktiven psychischen Prozesses der beteiligten Personen sein. Teammitglieder  können sich unbewusst dazu anbieten, dass sie angegriffen, ausgeschlossen, übergangen, herabgewürdigt u.a.m. werden. Ebenso gibt es seelische Prozesse, die dazu führen, dass Menschen andere angreifen, ausschließen, übergehen, herabsetzen etc.. Meist mischen sich beide Faktoren.

Zum anderen kann ein Team über Mobbing versuchen, ein Teammitglied „loszuwerden“, weil es sonst seine Aufgabe nicht oder schlecht erfüllen kann und gleichzeitig die Organisation bzw. die Teamleitung nichts unternimmt. Mobbing ist dann ein Ersatzprozess für einen dauerhaften Mangel an hierarchischem Handeln. In Kontexten, in denen die Hierarchie im Hinblick auf Exklusion keine Macht hat (Unkündbarkeit, Verbeamtung etc.) bleibt einem Team oft keine andere Wahl, als über Mobbing die Teamgrenze informell so zu gestalten, dass jemand trotz formaler Mitgliedschaft dennoch kommunikativ im Team keine Rolle mehr spielt.

Für Teamberatung gilt es immer beide Möglichkeiten in Betracht zu ziehen!