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Mitteilung

Unter Mitteilung wird in diesem Zusammenhang einer der drei Aspekte – neben Information und Verstehen – von Kommunikation (im Anschluss an N. Luhmann) verstanden: Jemand muss etwas (=Information) sagen, er muss es aus dem Vielen, was gesagt werden könnte, ausgewählt haben (=Mitteilung) und es muss jemand geben, der darauf reagiert (=Verstehen).

„Bitte erledigen Sie das bitte bis heute nachmittag!“ spricht der Chef. Er könnte auch etwas ganz anderes sagen oder gar nichts. Er kann es milde und freundlich oder scharf und ungeduldig sagen. Er kann es in Eile, durch die Tür oder am Telefon mitteilen. Er kann es am Anfang, am Ende oder ohne Rahmung aussprechen. Er kann dabei körperlich angespannt und hart oder entspannt und gelassen wirken. Er kann sich seiner Motive bewusst sein oder überhaupt nicht spüren, warum er gerade zu diesem Zeitpunkt auf diese Weise genau diesem MItarbeiter diese Instruktion gibt. In jedem Fall teilt er sehr viel mehr mit als die Information, dass die Präsentation bis nachmittags fertig zu sein hat.

Der Mitarbeiter sagt „Geht in Ordnung!“. Er reagiert mit körperlich sichtlich angespannt, bekommt einen roten Kopf. Seine kurze Antwort klingt ängstlich, unsicher und zweifelnd. Auch er sagt mehr als „Geht in Ordnung!“.

Jede Kommunikation besteht immer auch aus diesen mit dem Inhalt mit ausgewählten Mitteilungen! Da eine Information immer eine Auswahl darstellt (warum bis nachmittags und nicht bis abends, warum der Mitarbeiter und kein anderer?) braucht es ein Motiv für diese Wahl. Und dieses Motiv kann für das Verstehen dessen, was gesagt wird, nutzbar gemacht werden.