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Leib

Theoretisch ist der Begriff Körper als Bezeichnung für das organismische System, welches von einer Haut umschlossen ist, strikt zu trennen vom Begriff Leib. Dieser ist eine Bezeichnung für den von der Psyche wahrgenommenen Körper, der ein Phänomen in der Psyche ist. Im Hinblick auf Veränderungstheorie ist dies deshalb von Belang, weil sich die Einstellung und Haltung zum Leib verändern können, auch wenn der Körper der gleiche bleibt und umgekehrt. Z.B. kann sich jemand immer noch leiblich dick finden, wiewohl er körperlich stark abgenommen hat oder er findet sich leiblich (nach Beratung) in Ordnung, wiewohl er körperlich sein Gewicht nicht verändert hat.

Der wahrgenommene Leib drückt sich immer auch körperlich aus. Das ist der theoretische Grund dafür, dass sich nach einer produktiven Beratungssequenz für den Klienten seine leibliche Verfassung schlagartig ändern kann und dies sich körpersprachlich und atmosphärisch äußert. Leibhaftiges Erleben ist die Bedingung dafür, dass es zu einem prägnanten und damit veränderungswirksamen Selbstausdruck kommen kann. Einen Körper hat man, seinen Leib erlebt man. Das sind nicht nicht nur semantische Unterschiede. Solche Differenzierungen helfen dem Berater vielmehr, seine Aufmerksamkeit darauf zu richten, wie im Selbsterleben des Klienten leibliche Phänomene auftauchen. Dabei wird man feststellen, wie häufig Menschen nur einen sehr eingeschränkten leiblichen Bezug zu ihrem Körper haben.



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