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Gefahrenträger

Gefahrenträger sind die Personen, Gruppen, Abteilungen, Gemeinschaften etc., die von Entscheidungen, die andere treffen (=Risikoträger), betroffen werden. Das einfachste Beispiel dafür ist jeder Beifahrer, der den Fahrstil des Lenkers oder Lenkerin ausgesetzt ist und mittragen muss. Versuche selbst zu bremsen oder zu beschleunigen, scheitern am fehlenden Pedal. Man muss damit leben, sofern man nicht aussteigen kann.

Die Vorteile dieser Position sind,

  • dass man berechtigt leiden kann, wenn man negative Folgen ertragen muss,
  • dass man sich berechtigt fühlen kann, Vorwürfe und Beschuldigungen zu kommunizieren und für diese Mitteilungen eine klare Zustelladresse hat – nämlich den, der das Entscheidungsrisiko getragen hat,
  • dass man risikolos behaupten kann, man wüsste, wie es besser gegangen wäre,
  • dass man keinen Beschuldigungsgefahren – durch sich selbst oder andere – ausgesetzt ist („Ich kann ja nichts dafür!“) und
  • dass man mit anderen Betroffenen sich leicht zu (Beklagungs-)Gemeinschaften („Der Chef halt wieder!“; „Das Wetter …!“) zusammenfinden kann. Man fühlt sich als Gefahrenträger von anderen Gefahrenträgern gut verstanden.

Die Nachteile dieser Position sind,

  • dass man sich als nicht wirksam erlebt,
  • dass man die eigenen Interessen und Bedürfnisse nicht gestaltet,
  • dass man nur reagieren und rebellieren kann.