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Diffus

Diffus – im Gegensatz zu prägnant – ist Selbstwahrnehmung dann, wenn eine oder mehrere der folgenden Phänomene zu beobachten sind.

  1. Jemand bewertet sein Erleben. Sehr häufig etwa: „Mir geht es gut/schlecht!“ Mit dieser Aussage ist keinerlei Auskunft darüber gegeben, was jemand erlebt und wie er sich dabei fühlt. Viele Menschen geben sich damit allerdings zufrieden.
  2. Jemand beschreibt zwar, was er fühlt, allerdings entsteht dabei ein verworrenes und inkonsistentes Bild: „Also, ich fühle mich so niedergeschlagen und antriebslos, und ich finde, so sollte ich mich nicht fühlen, und dann strenge ich mich wieder an, etwas Sinnvolles zu tun, habe aber das Gefühl, dass niemand das sieht und es sich sowieso nicht lohnt.“ In einer solchen Aussage mischen sich verschiedene Erlebniszustände und damit auch verschiedene Selbstrepräsentanzen. Dadurch bleibt völlig unklar, welche Funktionen die unterschiedlichen Erlebnisaspekte haben.
  3. Jemand benennt zwar seine Gefühle, aber unterbindet das körperliche Erleben oder den Ausdruck des Gefühls in hohem Maße oder gar vollständig, z. B. indem er sich vollkommen anspannt, kaum mehr atmet, zu Boden schaut, sich mit Übersprungshandlungen ablenkt oder das Erleben übertüncht.

Derartige diffuse Zustände sind Ausdruck von Stagnation und müssen auf ihre Bedeutung und Funktion hin untersucht werden. Andernfalls kann weder die Wahrnehmung der Bedürfnisse noch der verknüpften Vermeidungsimpulse so gelingen, dass Veränderung in Gang kommt.



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