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Bedürfnisbedeutung

Sofern man ein Bedürfnis wahrgenommen hat, braucht man die Fähigkeit, ihm eine Bedeutung zu geben. Das geht auch anders: „Klar, manchmal fühle ich mich einsam. Aber so wichtig ist Nähe nicht, als dass es sich lohnen würde, sich damit zu beschäftigen. Lenkt mich nur vom Job ab.“ Die Fähigkeit, sich selbst zu sagen, dass etwas wichtig ist und dass man sich darum kümmern muss, kann sehr stark beeinträchtigt sein. Bisweilen wundert man sich, dass jemand schon am Zusammenbrechen ist, krank wird, die Scheidung droht, und er dennoch nichts am Leben ändert und innere Signale ignoriert. Auch an diesem Beispiel wird deutlich, dass das (gewohnheitsmäßige) Ignorieren von Bedürfnisimpulsen weit verbreitet ist. Das Ernstnehmen eines Bedürfnisses ist nicht zwangsläufig das Gleiche wie einen Vorsatz zu fassen. Letzteres ist häufig eher ein Ersatz für Bedürfnisbezug. „Du hast schon recht, ich sollte abnehmen. Nächste Woche geht es los!“ ist nicht gleichbedeutend mit „Ich spüre meine Freude an der Bewegung und darum gehe ich nun zwei Mal die Woche laufen.“ Daher – die Fähigkeit, einen Wunsch als wichtig anszusehen, ist Teil der Regulationskompetenz!



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