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Authentizität

Authentizität bedeutet im Licht der Metatheorie, dass das innere Erleben und der äußere Ausdruck kongruent sind. Nun kennt niemand sein inneres Erleben vollständig, noch kann man alles ausdrücken, was innen vorgeht (dann gäbe es den Unterschied zwischen Innen und Außen nicht mehr). Also ist jede Authentizität selektiv. Der Selbstausdruck unterscheidet eben gerade zwischen Zeigen und Verbergen und ist nicht festgelegt auf Zeigen. Zeigen ist auch nicht besser als Verbergen. Authentizität muss selektiv funktional gestaltet werden. Wenn man Wichtiges zurückhält, wird der Unterschied zwischen dem Teil des Selbstausdrucks, den man kontrollieren kann, und dem Teil, den man nicht kontrollieren kann, größer und damit entstehen deutlich wahrnehmbare Inkonsistenzen für die Umgebung. Der Haupteffekt von Inkonsistenzen ist die Reduktion von Vertrauensbereitschaft. Je „undurchsichtiger“ jemand wirkt, je mehr man den Eindruck einer „hidden agenda“ hat, je mehr man das Gefühl hat, da ist noch etwas „ganz anderes im Spiel“, desto belasteter ist die soziale und kommunikative Situation. Dies erschwert mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Wirksamkeit in Rollen (z.B. Führung, Politik etc.) und stimuliert Misstrauenskommunikation (vorsichtig werden, Rückzug, Vorwürfe, kritische Nachfragen, Nachforschungen etc.). Daher kommt einem bewussten Umgang mit der Selektionsnotwendigkeit, besonders in Situationen, in denen wegen Vertrauensbedarf Authentizität gefragt ist, besondere Wichtigkeit zu.



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