Metatheorie der Veränderung -

Ein Theorieansatz für integrative Beratung
von Personen, Teams und Organisationen

Wie geht Veränderung?

Gelingende Beratung braucht mehr als gute Tools und schlaue Interventionen. Sie braucht eine grundlegende theoretische Basis. Nun gibt es sehr viele verschiedene und teils einander widersprechende Ansätze, wie Menschen, Teams und Organisationen sich verändern. Wir bearbeiten diese Komplexität, indem wir Orientierung durch den Fokus auf veränderungsrelevante Leitprozesse schaffen. Diese Leitprozesse verbinden Theorie und Praxis der Beratung und sind in einem interaktiven Tool in ungewöhnlicher und neuartiger Form dargestellt. Das breit aufbereitete Wissen dahinter lässt sich individuell erschließen und entdecken. Und wer dadurch mehr Lust auf Praxis bekommt: Alle hier vertretenen Beraterinnen und Berater arbeiten auf der Grundlage dieses Denkens und bauen ihren Beratungsansatz darauf auf.

 

Was bedeutet Metatheorie?

Meta kommt aus dem Griechischen und bedeutet „nach, über“. Eine Metatheorie beschäftigt sich also mit Theorien, in unserem Fall mit Theorien, wie Veränderung zu denken, zu befördern und zu verhindern ist. Eine Metatheorie analysiert andere Theorien, stellt sie in einen Zusammenhang und nutzt sie wertschätzend.

Was brauchen Berater?

Beratungs-, Changemanagement-, Führungs-, Gruppendynamik- und Psychotherapietheorien machen explizit und oft auch implizit Aussagen über Veränderung: „Mach dies und du wirst das erreichen!“ Man kann daher sagen, dass Beratung im Kern Veränderungen verkauft. Die Kunden sind unzufrieden oder erfolgsarm und wollen irgendwohin, wo sie zufriedener oder erfolgreicher sind (oder es glauben zu sein). Dabei soll ihnen Beratung helfen. Als Berater, Managementtrainer, Teamentwickler, Coach oder Psychotherapeut sollte man daher etwas von Veränderung verstehen. Dieser zunächst so simple Gedanke steht im auffälligen Kontrast dazu, dass in vielen Beratungsansätzen gar nicht so viel über Veränderung nachgedacht und geschrieben wird. Stattdessen ist sie in vielen Theorien von Beratern eine Art selbstverständlicher Hintergrund: Veränderung gibt es, es ist gut sie zu befördern und man zeigt oder formuliert wie es geht. Im wirklichen Leben dagegen ist der Umgang mit Veränderung eher eine Kunst.

Welche Fragen stellen sich?

Wenn man sich mit Veränderung beschäftigt, werden grundlegende Fragen schnell übergangen: Was ist der Gegenbegriff zu Veränderung? Stillstand? Stabilität? Schlechte Veränderung? Falsche Veränderung? Frieden? Ruhe? Stille? Passivität? Widerstand? Evolution? Was passiert, wenn nichts getan wird? Verändert sich dann nichts? Warum nicht? Was passiert, wenn das Falsche getan wird? Verändert sich dann etwas? Wie kommt es, dass aus "guten" Motiven "böse" Wirkungen erwachsen? Warum können "böse" Taten "Gutes" bewirken? Überhaupt – wer bzw. welche inneren Strebungen möchten, dass sich etwas verändert und wer hat etwas dagegen? Warum gibt es Stagnation, wenn doch sowieso alles im Fluss ist? Wie kommt es, dass man in der Psyche, in Gruppen oder sozialen Systemen wie Organisationen überhaupt glaubt, etwas verändern zu können? Täuscht man sich da nicht angesichts der proklamierten Veränderungsstaus? Warum entstehen so schnell Gegenkräfte bei Veränderungsabsichten? Oder mischt man nur immer das gleiche Kartenspiel neu? Und: Woran misst man Veränderung? Wer tut das? Mit welchem Maßstab? Zu welchem Zeitpunkt? Wie kommt es, dass die einen etwas als Veränderung ansehen und die anderen nicht? Welches erkenntnistheoretische Verständnis von Sein und Zeit liegt dem Veränderungskonzept zugrunde? Wie wirkt sich das auf das aus, was man glaubt, verändern zu können und was man hinzunehmen hat? Und vor allem: Wie wirkt sich all das aus auf das, was man tut, wie man es tut, wo man es tut und wann man es tut?

Wie bekommt man Orientierung?

Veränderung ist alles andere als selbstverständlich, sondern ein hoch voraussetzungsreicher Begriff. In einer Metatheorie der Veränderung entwickelt man daher Prinzipien und Konzepte mit denen man die impliziten und expliziten Ideen anderer Theorien und praktischer Vorgehensweisen so analysiert und einordnet, dass man eine Orientierung bekommt, wie man als Berater, Coach und Therapeut handeln möchte - und dies auch begründen kann. Diese Orientierung wird metatheoretisch über die von uns destillierten Leitprozesse der jeweiligen Dynamiken geschaffen.

Natürlich kann kein Einzelner oder eine kleine Gruppe das komplette Wissen, das in eine solche Theorie einfließen muss, aufnehmen und verarbeiten. Daher bleibt das Entwickeln einer Metatheorie immer Stückwerk und muss mit der Verneigung vor all den Gedanken und Denkern enden, auf deren Basis man fußt und natürlich mit einer Abbitte an all die, deren Theorie man nicht gelesen hat oder lesen konnte.

Worauf bauen wir auf?

Grundlage dieser Theoriebildung sind eine Vielzahl von vornehmlich prozessorientierten Theorien. Diese sind insbesondere mit Namen von Wissenschaftlern und Praktikern wie Niklas Luhmann, Peter Fuchs, Georg Picht, Martin Heidegger, Martin Buber, Karl Weick, A.N. Withehead, Fritz Perls, Eric Berne, Leslie Greenberg, Otto Kernberg, Klaus Grawe, Fritz Simon, Rudi Wimmer, Wolfgang Looss, Frank Staemmler und Werner Bock verknüpft. Unsere Theoriegrundlage spannt damit einen Bogen von der Philosophie über verschiedene Psychologierichtungen bis hin zur soziologischen System- und Organisationstheorie. Die Auswertungen von langjähriger psychotherapeutischer Arbeit und Executive-Coaching, vielen Change-Projekten und Teamentwicklungen sowie die Ausbildungsarbeit bei Hephaistos, Coaching-Zentrum München bilden den praktischen Hintergrund der hier dargestellten Theorie.

Was ist der Nutzen dieses Web-Portals?

1.
Nachhaltige Veränderung
ermöglichen
2.
Berater und Coaches
finden
3.
Paradigmenwechsel
stimulieren
1.
Nachhaltige Veränderung
ermöglichen

Der Beratermarkt ist hochgradig zersplittert und die Überzeugungen, was wirksam ist, ebenso. Um Veränderung – im Coaching, in Teams, in Organisationen oder in der Gesellschaft – zu befördern, sind erhebliche theoretische Anstrengungen erforderlich. Unser Anspruch ist es, über die Metatheorie bereits vorhandene Theoriebildungen schlüssig aufzugreifen oder auch begründet abzulehnen. Darüber hinaus ordnen wir durch die übergreifenden Prinzipien der Metatheorie gezielt die Wahrnehmung und das Handeln auf Seiten des Beraters. Damit lässt sich die Situation unserer Kunden so analysieren, dass die jeweils wirksamsten Ansatzpunkte für nachhaltige Veränderung gewählt werden können.

2.
Berater und Coaches
finden

In den üblichen Berufsverbänden verbindet die Mitglieder eine gemeinsame Profession (und deren Vermarktung). Hier nutzen die Anbieter des Portals eine gemeinsame anspruchsvolle Theorie und sind im Umgang damit praktisch ausgebildet. Darüber hinaus eint uns eine innere Haltung der Achtsamkeit, die Fähigkeit differenziert zu denken und zu reflektieren sowie die lang trainierte Kompetenz, Ungewöhnliches im Denken und Kontaktvolles in der Beziehung zu unseren Kunden miteinander zu vereinen.

3.
Paradigmenwechsel
stimulieren

Mit einfach linearen, kausalen und rationalen Herangehensweisen sind gegenwärtig weder eine angemessene Selbststeuerung, effektive Teamarbeit noch die Führung von Organisationen oder einzelner Bereiche möglich. Um die anstehenden Veränderungen bewältigen zu können, halten wir einen Musterwechsel in der Art des Denkens (und Handelns) für erforderlich.

Der offene Zugang zu unserer Metatheorie soll einen Beitrag dazu leisten: Unser Ansatz möchte zu einem Paradigmenwechsel im „Veränderungsgeschäft“ beitragen und zu einer Diskussion darüber stimulieren.