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Wirtschaftsorganisationen

Wirtschaftsorganisationen

Wodurch zeichnen sich Organisationen aus, die im Wirtschaftssystem operieren?

Das Wirtschaftssystem bearbeitet Knappheit (Luhmann), um künftige Möglichkeiten durch den Verzicht auf gegenwärtigen Konsum zu erhalten. Es ist also nicht die Knappheit der Ressourcen – das gibt es natürlich auch -, sondern die Vorsorge für die Zukunft, bewirkt einen Entzug gegenwärtiger Möglichkeiten für beide: Den der vorsorgt und alle anderen, die diese Mittel jetzt schon brauchen könnten.

So müssen auch Wirtschaftsorganisationen – darin jedem anderen Teilnehmer an der Wirtschaft gleich – dafür sorgen, dass sie in der Gegenwart Mittel für die Zukunft bereitstellen. Sie können nicht alles an ihre Mitglieder verteilen (das wäre einfach), sondern müssen sich am zukünftigen Chancenerhalt orientieren. Dadurch entsteht ein Dauerbedarf an Entscheidungen, die gegenwärtige Erfordernisse mit künftigen Möglichkeiten austarieren müssen.Wegen der unbekannten Zukunft fehlen diesen Entscheidungen immer eine feststehende und rational kalkulierbare Grundlage .

Die gegenwärtigen Erfordernisse sind nun – das ist wichtig – regelungsbedürftig, da Organisationen (anders als in früheren Zeiten zur Moral verpflichtete Fürsten oder einzelne Unternehmer heute) auf freiwilliger Basis den Gewinn zu Lasten ihrer Umwelten maximieren würden. Weder angemessene Löhne, die die Mitglieder ausreichend motivieren, noch Steuern für gesellschaftliche Zwecke sind als solche im Prozess des wirtschaftlichen Organisierens verankert. So nimmt es nicht wunder, dass Organisationen im Wirtschaftssystem permanent (Lohn-)Kosten wie Steuern zu sparen versuchen. Die gesellschaftlichen Aufgaben von Wirtschaftsorganisationen müssen daher politisch geregelt werden.