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Widerstandscliquen

Innerhalb von Teams genauso wie teamübergreifend bilden sich in Organisationen Cliquen. Einer der Gründe für diese Art informellen Zusammenschlusses ist der gemeinsame Widerstand gegen (organisationale) Interessen, die anderweitig nicht bekämpft werden können.
Derartige Cliquen können auf der Sachebene handeln, indem man gemeinschaftlich Autoritäten in Frage stellt oder im Arbeitsprozess Fehler einbaut bzw. an „verbotenen“ oder nicht genehmigten Produkten weiterarbeitet (sogenannte U-Boote!). Dies birgt jedoch Risiken der Aufdeckung und generiert leicht Konflikte mit der Hierarchie.
Daher ist die bedeutsamere Funktion meist das Erleben von Gleichgesinntheit. In Gesprächen unter Menschen, die Gleiches unmöglich finden, fühlt man sich schnell zu Hause, man kann gefahrlos ablästern und baut auf diese Art Spannung ab. Dadurch tragen solche soziale Formbildungen in Organisationen ihren Wert für den Motivationserhalt der Mitarbeiter bei.
In der Zeitdimension halten Widerstandscliquen (wichtige) verworfene Entscheidungsalternativen in der Organisation am Leben, so dass diese bei Bedarf schnell wieder verfügbar gemacht werden können. Auch diese Funktion kann sehr wichtig sein.

In Summe wird deutlich, dass Nutzen und Schaden solcher Cliquen sich durchaus die Waage halten. Aus diesem Grund kann man die Zielvorstellung einer harmonischen Organisation, die ohne formalen und informellen Widerstand auskommt, auch für den Fall der Erreichbarkeit als fragwürdig einstufen.