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Wertkonflikte

In Teams wie in Organisationen ist eine der Kernaufgaben Wertkonflikte zu bearbeiten, da es keinen einzigen Wert auf der Welt gibt, der nicht auch einen Gegenwert hat: Ehrlichkeit vs. Takt, Begeisterung vs. Disziplin, Flexibilität vs. Beständigkeit, Abstimmung vs. Autonomie, Liebe vs. Gerechtigkeit und 1000 weitere Beispiele. Üblicherweise wird dies aber leicht übersehen, da es sehr viel angenehmer ist, sich auf einen Wertpol zu einigen. Doch das wir der Komplexität der Verhältnisse meist nicht gerecht.

Die Aufgabe, Wertkonflikte zu bearbeiten, ist unangenehm, weil kein Mensch, kein Team, keine Organisation gern auf etwas „Gutes“ verzichtet oder es vernachlässigt. Deshalb werden Wertkonflikte entweder leicht zu Beziehungskonflikten in Teams und zu Teamkonflikten in Organisationen.

In Teams sind die einen dann für Qualität, die anderen für Schnelligkeit, die einen für klare Regeln, die anderen für kreative Einzellösungen. Die Frage: „Was ist in diesem Team wirklich wichtig und hat im Ernstfall Priorität vor allem anderen?“ sollte deswegen in einem Team von allen Mitgliedern gleich beantwortet werden. Ist dies nicht der Fall besteht ein Wertkonflikt, der im Team bearbeitet werden muss, wenn es konsistent arbeiten möchte.

Organisationen müssen hingegen entscheiden, ob sie gegensätzliche Werte mit dem Fokus auf einem der beiden Wert bearbeiten („Wir sparen Kosten!“), oder mit dem Fokus „Verbundenheit bei gegensätzlichen Interessen“ („Wir müssen herausfinden, ob wir Kosten sparen oder investieren“) . Nur so kann dann z.B. ein Entwicklungsteam wissen, ob der eigene Wert im Konfliktfall grundsätzlich nach-/vorrangig ist oder ob mit einem anderen Team (Controlling) intensiv um eine Priorisierung angesichts der konkreten Situation gerungen werden muss.