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Vertrauenstest

Blindes Vertrauen ist keines.

Vertrauen braucht punktuelle Tests, soll es nicht zur Naivität oder zur Hoffnung verkümmern. Darum wird  in Organisationen, wie in Teams, wie in Beziehungen immer mal wieder getestet, ob Vertrauen angebracht ist. Der wesentliche Test für Vertrauen besteht darin, dass man Gelegenheit schafft, das Vertrauen – scheinbar unbemerkt – zu mißbrauchen. Wer etwa die Situation schafft, dass die jugendliche Tochter länger weg bleiben könnte als vereinbart, weil man selbst lange weg sein wird, und sie trotzdem pünktlich zu Hause ist und man davon weiß, weil die Nachbarin das berichtet, dessen Vertrauen wächst.

Solche bewusst herbeigeführten Situationen sind zur Begrenzung des Risikos von Vertrauen genauso bedeutsam, wie Kontrolle von Vertrauen. Wer Vertrauen testet, überprüft die Vertrauenswürdigkeit, wer Vertrauen kontrolliert, überprüft die Ergebnisse des Zeitraums, in dem vertraut wurde. Wenn so massiv kontrolliert wird, dass es keinerlei Chance gibt, das Vertrauen zu mißbrauchen, weiß man irgendwann nicht mehr, ob das Gegenüber aus Mangel an Gelegenheiten wirklich oder nur scheinbar vertrauenswürdig ist. Darum braucht es beides: Tests und Kontrolle von Vertrauen.