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Vertrauend

Vertrauend sind all jene Entscheidungen, die eine Organisation in ihrer Kompetenz stärken, mit  Komplexität umzugehen. Komplexität bedeutet in diesem Kontext dreierlei:

  1. Die Bereitschaft Viel- und Mehrdeutigkeit zu tolerieren. Damit gibt es immer mehr als eine richtige Lösung, die dann eben nicht mit Eindeutigkeit (= Kontrolle) erarbeitet werden kann. Vertrauen braucht man, weil nicht klärbar ist, welche Meinung zählt und welche Information entscheidend ist.
  2. Komplexität macht es wahrscheinlich, dass die Zukunft sich von der Gegenwart unterscheidet. Vertrauend ist die Annahme, dass jeder (unabhängig voneinander) auf unbekannte, neue Ereignisse eine Antwort findet, die alle mittragen wollen.
  3. Komplexität geht immer einher mit Mangel an Information und braucht daher die Fähigkeit, auch so entscheiden zu können. Wer mit unzureichender Informationen handeln muss, wird unerwartete Ergebnisse (= Fehler, Abweichungen) produzieren, weil er nicht weiß, was nützlich oder gut ist. Er ist also darauf angewiesen, dass andere dies nicht als Absicht auslegen, sondern vertrauen.

Vertrauende Entscheidungen sind demnach das leistungsfähigste Vorgehen bei hoher Komplexität. Sie sind insbesondere aber auch dann sinnvoll,

  • wenn ungünstige Zukunftsentwicklungen zwar möglich sind, aber nicht ausgeschlossen werden können,
  • wenn es schnell gehen muss,
  • wenn das sich frei Fühlen und das frei Handeln anderer nötig ist, damit diese die gestellte Aufgabe bewältigen können und
  • wenn Kontrolle zu aufwändig wäre.