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Verstehen

Unter Verstehen wird in diesem Zusammenhang einer der drei Aspekte – neben Mitteilung und Information – von Kommunikation (im Anschluss an N. Luhmann) verstanden: Jemand muss etwas (=Information) sagen, er muss es aus dem Vielen, was gesagt werden könnte, ausgewählt haben (=Mitteilung) und es muss jemand geben, der darauf reagiert (=Verstehen).

Verstehen knüpft an das Gesprochene oder Geschriebene oder Gezeigte an. Egal wie: Ablehnend, zustimmend, themawechselnd, kritisch, erfreut, differenzierend etc.pp.. Nur wenn das Mitgeteilte einfach ins Leere läuft, findet kein Verstehen statt und damit auch keine Kommunikation.
Das Verstehen führt also zu einer eigenen Information. Immer. Man kann nicht den anderen verstehen, sondern versteht immer nur das, was man selbst aus der ((körper-)sprachlichen, schriftlichen, künstlerischen) mitgeteilten Information macht. Etwas salopp: Jeder versteht immer sich selbst und keiner kann beurteilen, was andere von seiner Mitteilung verstehen. Wie denn? Man kann ja schlecht im Kopf des anderen denken oder hineinschauen und die Korrektheit der Gedanken prüfen.
Eine besondere Fähigkeit des Verstehens besteht darin, dass es entscheidet, womit es sich bei einer mitgeteilten Information – z.B.: „Ich finde, da liegst Du falsch!“ – beschäftgt: Man kann das als erstens als Information verstehen („Da weist mich jemand auf einen Fehlschluss hin!“) oder zweitens als Mitteilung („Da will jemanden mit mir ein Gespräch beginnen!“) . Im ersten Fall hat man dann die Möglichkeit sich zu überlegen, ob man sich mit dem möglichen Fehler beschäftigt oder mit Gefühl kritisiert worden zu sein. Im zweiteren Fall kann man aufgrund des freundlich Tons der Mitteilung sich entscheiden, dem Fehlerhinweis ernst zu nehmen und den Sprecher nach genaueren Details zu fragen.
Es bleibt also immer eine Wahl, ob der Verstehende die Motive und die Art und Weise der Infomationsdarbietung aufgreift und damit ihre Qualität einschätzt bzw. ob er die Infomationen auf verküpfte Mitteilungen hin abtastet, um etwas über die Person des Sprechers zu verstehen.