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Verschieben von Entscheidungen

Das Verschieben von Entscheidungen hat in Organisationen (wie bei Personen) keinen allzu guten Ruf. Es gilt meist als Bezeichnung für die Stabilisierung des Problems, weniger als gelingende Form einer Bearbeitung. Derartige Einseitigkeiten sind in der hier dargestellten Theorieform ihrerseits „verdächtigt“ und provozieren eine Analyse dessen, was man gewinnt, wenn man Entscheidungen verschiebt und welche Formen der Verschiebungen sich beobachten lassen.

Der wichtigste Gewinn ist, dass man momentan unlösbare Problemlagen zumindest für einen gewissen Zeitraum handhabbar bekommt. Man kann das tun, indem man sich

  • sachlich anderen Themen zuwendet (Leitprozess Entscheidungsorientierung), Themen voneinander entkoppelt und damit Konflikte unsichtbar macht und Fehlerauswirkungen eingrenzt (Leitprozess Vernetzung), man den Fokus der Qualität verlagert (Leitprozess Qualitätsfokus), indem man etwa sich an der Technologie freut, auch wenn man sie nicht schnell genug auf den Markt bringen kann.
  • sozial andere Personen mit das Sache beauftragt oder einfach jemanden etwas tun lässt, damit etwas getan wird (Leitprozess Personal), andere Entscheidungsprozesse oder -regeln sucht, damit besser entschieden werden kann (Leitprozess Entscheider),  Kontrolle, die unerwünschte Ergebnisse zu Tage fördert, stoppt und in Vertrauen überführt und zufrieden ist, wenn motiviert gearbeitet wird, auch wenn es möglicherweise das Falsche ist (Leitprozess Sozialkomplexität)
  • zeitlich erstmal so weiter macht wie bisher (Leitprozess Vergangenheitsbehandlung), auf Regeloptimierung und -befolgung oder auf Ausnahmen setzt (Leitprozess Gegenwartsbehandlung), dem Risiko ausweicht und darauf setzt, dass man schon in der Zukunft Lösungen finden wird (Leitprozess Zukunftsbehandlung)

Den Gewinn einer solchen Verschiebung sollte man nicht klein reden. Er hält Organisationen am Laufen, er ermöglicht weitere Kommunikation, er schafft Spielraum, er reduziert Überforderung, er reduziert fruchtlose Auseinandersetzungen und setzen Ressourcen frei.