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Unsicherheitsabsorption

Unsicherheitsabsorption ist einer der grundlegenden systemtheoretischen Begriffe, die für das Verständnis von Systeme unerlässlich sind. Anders als viele andere Denkschulen ist der Ausgangspunkt nicht ein bereits vorliegendes „Ding“ in der Welt, sondern der Ausgangspunkt ist die unendliche Fülle der Möglichkeiten, die die Welt bietet. Damit überhaupt etwas entsteht, muss eine Auswahl getroffen werden (Ich werde Mensch und nicht Eichhörnchen. Wir machen Gummistiefel und nicht Marmelade). Diese Notwendigkeit, die Möglichkeiten zu begrenzen und diese Begrenzungen aufrechtzuerhalten oder zu variieren, macht das Tilgen von Unsicherheit zu einer Daueraktivität von Systemen. Zugleich – Möglichkeiten verweisen auf Zukunft – kann kein System alle Faktoren der Vergangenheit kennen, die die Grundlage für Entscheidungen sind. Unsicherheit besteht also auch immer in der Unkenntnis all dessen, was einwirkt und in Wechselwirkung steht.

Um Unsicherheit in (vorübergehende) Sicherheit zu wandeln, braucht es Entscheidungen. Personen, Teams wie Organisationen sind für ihren Selbsterhalt also auf ihre Fähigkeit, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen, elementar angewiesen. Unsichere Grundlagen und unsichere künftige Entwicklungen machen es unmöglich das „Richtige“ zu errechnen. Die Absorption von Unsicherheit kann darüberhinaus immer nur unvollständig gelingen. Kein System kann umfassende künftige Sicherheit erlangen. Risiko und Gefahr bleiben untilgbare Randbedingungen für Existenz.