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Unangenehme Gefühle

Für die meisten Menschen ist es völlig selbstverständlich, dass angenehme Gefühle anzustreben und unangenehme zu meiden sind. Unser Organismus ist so gebaut, dass er versucht Unlust zu meiden. Das ist angenehm und es gibt Stabilität.

Im Hinblick auf Veränderung ist dieses Prinzip jedoch ungünstig. Jede Einschränkung an Wohlbefinden beruht auf einem inneren Konflikt zwischen einem Bedürfnis und dem daran gebundenen Aua-Gefühl. Um diese Verbindung von Lust und Schmerz bearbeiten zu können, muss man sich zwangsläufig mit den Aspekten (Repräsentanzen) seiner Psyche beschäftigen,

  • die ängstigen,
  • in denen man sich verletzlich fühlt,
  • für die man sich schämt oder sich schuldig fühlt,
  • in denen man sich inkompetent, nicht liebenswert oder nicht lebenstauglich fühlt.
  • Das gilt in gleichem Mass für Aspekte seiner Selbst, in denen man sich voller Eifersucht, Neid, Wut, Hass, Zorn oder Vernichtungsimpulsen fühlt.

Es gibt in der Psychologie viele Ansätze, die versprechen, dass man nur über sogenannte positive Gefühle in ein gelingendes Leben kommen kann (siehe „Positive Psychologie“). Damit werden o.g. Aspekte des Innenlebens von der Selbstwahrnehmung ausgeschlossen oder ignoriert. Dadurch bleiben die inneren Konflikte bestehen und brechen unter Stress oder in anspruchsvollen Situationen wieder auf. Die Fähigkeiten zu erwerben, unangenehme Gefühle in sich wahrzunehmen, zu tolerieren, einen guten Umgang mit ihnen zu finden, herauszufinden, wie sie sich auflösen können und zu einer Kraftquelle werden, sehen wir als essentielles Merkmal von einem gelingenden und gelungenen psychischen Veränderungsprozess an.



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