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Strategie

Im Kontext dieser Theorie ist der wichtigste Gedanke im Kontext ‚Strategie‘, dass eine Organisation immer eine Menge davon hat, haben muss, diese untereinander in Konkurrenz, im Widerspruch stehen und offiziell und inoffiziell von vielen Akteuren vertreten werden. Die Idee eines einzigen Zwecks, der alles dominiert, die Organisation ‚ausrichtet‘ und mit effizienten Mitteln verfolgt wird, ist das Hirngespinst, einer am Rationalitätsparadigma hängenden Wissenschaft.

Wir schließen uns hier der Begriffsdefinition von S.Kühl an: Strategie ist ein Suchprozess zum Finden geeigneter Mittel für einen vorher definierten Zweck. Diese Definition erlaubt es der Vielfalt der Prozesse in Organisationen gerecht zu werden. Sie erlaubt es insbesondere die hier vorgeschlagenen Leitprozesse als Strategiefelder zu begreifen, in denen Entscheidungen über Mittel getroffen werden, um Zwecke zu verfolgen. Damit wird der Begriff Strategie auch gelöst vom Planungsparadigma, welches auf die Festlegung von Handlungen setzt. Statt dessen werden Strategien zu Erwartungen in Organisationen, die im Abweichungsfall Rechtfertigungsbedarfe abwerfen.

Dieses Verständnis von Strategie ist kompatibel mit Dilemmata, Mehrdeutigkeiten, Zielkonflikten, Hierarchiekonflikten, Umsetzungsschwierigkeiten und den Verwobenheiten der Leitprozessen, da es die Organisation nicht maschinell denkt und ein rationales Design auch denkbar erscheinen lässt (Sachdimension). Strategie wird so ein standpunktabhängiger Begriff (Sozialdimension), da die Bestimmung, was Zweck und was Mittel ist, abhängig vom Kontext bzw. der Stelle der Organisation ist. Schlussendlich ist Strategie aber insbesondere auch ein zeitbezogenes Konzept, da Mittel sich nicht festlegen lassen, ohne einen dauerhaften Bezug zu Änderungen in der Organisation wie in ihrer Umwelt herzustellen. Strategie muss so zu einer Daueraktivität vieler in Organisationen werden und kann nicht mehr in einer jährlichen Klausur vom Vorstand erarbeitet werden.