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Selektivität

Jedes System beruht auf Selektionen (Auswahlen): Körper, Psyche, Gruppen, Organisationen, gesellschaftliche Funktionssysteme. Der Körper weiß, was schmeckt und was nicht, man weiß, wen man liebt und wen nicht, Gruppen wissen um die Themen, die besprochen werden können, Organisationen kennen ihre Aufgabe und das Rechtssystem reagiert auf Gesetzesverstösse. Selektivität meint also den Vorgang, dass ein System bestehenden Selektionen nutzt, um sie zu bekräftigen, sie zu verwerfen, zu variieren oder neue Auswahlen anzubieten. Vorhandene Bezüge werden aufgelöst und neu kombiniert, die Bezüge werden vermehrt oder vermindert. Das ist wichtig zu verstehen: Systeme beschäftigen sich nicht nur selektiv mit Elementen/Ereignissen, sondern auch mit den Bezügen (Relationen), wie diese miteinander verknüpft sind. Solche Relationen kann man dann Muster, Schema, Prämissen, Kultur, Vorlieben, Persönlichkeit, Gruppenregeln, Teamspirit oder tausend Begriffe mehr nennen: Alles sind Phänomene, die auf Selektivität beruhen. Selektivität reduziert Komplexität, da sie die meisten Möglichkeiten ausschließt und meist nur einen schmalen Bereich von Entscheidungsmöglichkeiten dem System zu Verfügung stellt.