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Selbststeuerung (Psyche)

Zum Wohlbefinden und zur sozialen Akzeptanz eines Menschen gehört ganz wesentlich die Fähigkeit, sich selbst steuern zu können. Dort wo die Psychodynamik ohne Steuerung abläuft – also wenn jemand nicht mehr kontrollieren kann, was er tut, denkt, fühlt, hört, spricht, wahrnimmt – dann spricht man üblicherweise davon, jemand sei verrückt bzw. hätte ein Psychose. Menschen brauchen eine Steuerungsmöglichkeit. Diese wird in vielen psychologischen Konzepten mit dem Begriff Selbst bezeichnet. Wir nutzen das Wort, meinen aber etwas anderes in der Sache.

Wir denken, dass diese Steuerung in einem Zusammenspiel einer ganzen Reihe von inneren Prozessen entsteht. Dieses Zusammenspiel als feste Instanz (DAS Selbst) zu konzipieren, erscheint uns keine hilfreiche Metapher. Es kopiert ein ungünstiges hierarchisches Modell der Steuerung (Papst, König, Kaiser) in den Innenraum der Psyche. Hierarchische Konzepte entsprechen allerdings weder dem, was man über die Funktionsweise des Gehirns und der Wahrnehmungsverarbeitung weiß, noch sind solche Konzepte leistungsfähig genug, hohe Komplexität zu bewältigen. Und sie stehen in Widerspruch zu grundlegenden differenztheoretischen Annahmen dieses Ansatzes. Für den Zweck dieser Theoriedarstellung stellen wir die Psychodynamik so dar, dass sie als ein Zusammenwirken von 8 Leitunterscheidungen sichtbar wird, die eine dynamische Form der Stabilität und der Steuerung ermöglichen. Wie diese dynamische Stabilität erzeugt wird, sich verändern lässt und worin Dysfunktionalitäten bestehen, ist Gegenstand der Metatheorie psychischer Veränderung.



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