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Schnell

Schnelligkeit ist gegenwärtig Trumpf. Neue Management- und Organisationskonzepte die auf Geschwindigkeit setzen, gibt es viele: Scrum, agiles Projektmanagement, Design Thinking, Lean Management u.v.a.. Schnelligkeit droht jedoch zur neuen Norm zu werden und damit die Leitunterscheidung Qualitätsfokus einseitig zugunsten einer Alternative aufzulösen.

Tatsächlich kann und muss sich jeder Arbeitsschritt und jede Teilleistung in einer Organisation mit der Frage beschäftigen: „Ist das schnell und rechtzeitig genug?“. Manche warten und sind in ihrer Arbeit abhängig davon, dass andere Fristen und Termine einhalten. Keine Entscheidung in Organisationen kann sich von diesem Aspekt frei machen. In manchen Branchen ist die Geschwindigkeit so hoch, dass das Produkt im Grunde schon veraltet ist, bevor es wirklich gut funktioniert (etwa manche Software). In solchen Kontexten lässt sich gut sehen, dass sich Schnelligkeit auf anderen Leitprozesse einseitig auswirkt: Die Entscheidungen werden riskanter, müssen mehr auf Vertrauen setzen, parallelisieren und entkoppeln sich dadurch, müssen auf Lernen und situationsspezifisches Handeln setzen, fokussieren sich mehr auf die externen Umwelten und tauschen Personal schneller aus. Organisationen, die ausschließlich, überall und in jeder Hinsicht schnell sein wollen oder müssen, sind in dieser Fixiertheit einerseits in dynamischen Umwelten hoch erfolgreich und gleichzeitig gefährdet, wenn die interne Komplexität zeitlich nicht mehr koordiniert werden kann. Das geschieht so gut wie immer bei Erfolg und dem damit einhergehenden Wachstum.