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Rückbezüglichkeit des Widersprechens

Rückbezüglichkeit des Widersprechens

Einmal sich in wechselseitiger Opposition etabliertes Widersprechen, ist oft erstaunlich stabil. Der wichtigste Grund dafür liegt in der Dynamik der Konfliktkommunikation selbst. (Und jetzt bitte langsam, öfters und geduldig mit sich den folgenden Absatz lesen!)

Wenn Person B entscheidet, was A gesagt hat, dadurch dass B dem A unterstellt, das gesagt zu haben, wogegen B in Widerspruch geht, ist A einem hohen Sog ausgesetzt, seinerseits dem von B unterstellten, zugeschriebenen Sinn seiner eigenen Aussage zu widersprechen. Jeder widerspricht also dem vom anderen unterstellten Sinn seiner Aussage, die dieser braucht, um selbst widersprechen zu können. Komplizierter Gedankengang? Ja, wie immer, wenn Rückbezüglichkeiten und zirkuläre Prozesse ins Spiel kommen! Aber es ist genau diese Form der Abhängigkeiten und Gegenabhängigkeiten aller Mitteilungen, die diese stabile Form des sozialen Konflikts erzeugt.