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Risikonehmer

Risikonehmer sind die Personen, Gruppen, Abteilungen, Gemeinschaften etc., die Entscheidungen treffen, die anderen Folgen zumuten, die für diese unkalkulierbar sind (= Gefahrennehmer). Das einfachste Beispiel dafür ist jeder Fahrzeuglenker, der den Beifahrer seinem Fahrstil aussetzt (und ihm diesen bisweilen zumutet). Der Fahrer, die Fahrerin entscheidet, ob er/sie sich von den Einflussversuchen („Zu schnell!“, „Zu langsam!“) irritieren lässt und dann seine Entscheidung über die passende Geschwindigkeit revidiert oder beibehält.

Die Vorteile dieser Position sind,

  • dass man entscheiden kann und damit handelnden Einfluss auf die Situation nehmen kann,
  • dass man im Falle der günstigen Entwicklung der Entscheidungen die Lorbeeren erntet und
  • dass man es wahrscheinlicher macht, durch den Zuspruch und die Vertrauenszuschreibungen anderer wieder die Rolle des Risikoträgers angetragen zu bekommen („Die kann das!“).

Die Nachteile dieser Position sind,

  • dass man auch dann die Folgen zu tragen hat, wenn diese Entscheidungen aus der Sicht der Gefahrennehmer negativ sind (Anschuldigungen, Vorwürfe, Kontaktabbruch, Schadensersatz, Rache etc.) oder auch nur mit negativen Erwartungen belegt sind (Drohungen, Widerstand, Verleumdungen, Gegenaktionen, Absicherungsstrategien, etc.),
  • dass man sich selbst Vorwürfe macht, wenn sich in der Zukunft erweist, dass man hätte besser oder gar nicht handeln hätte können. Da man im „Nachhinein“ meistens schlauer ist, ist das – besonders in unsicheren Kontexten – sehr oft der Fall. Dann bereut man, dass man andere nicht hat entscheiden lassen und trauert den Vorteilen des Gefahrennehmertums hinterher („Wäre ich doch bloss Mitarbeiter geblieben, statt Chef geworden!“).