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Regulationskompetenz „Generalisiert“

„Wir müssen mal grundsätzlich reden!“: Manchmal geht es nicht anders, als die Kompetenz anderer generell zu diskutieren. Wenn jeder Einzelfall nur ein Symptom dafür ist, dass allgemein etwas nicht stimmt, braucht es die Fähigkeit Grundsatzfragen, die Richtung im Allgemeinen oder die Verhältnisse in Summe zu besprechen.

Ein solcher Schritt in der Kommunikation kann der erste Schritt in eine Konfliktdynamik sein. Deshalb zögern Menschen ihn oft hinaus, weil sie das Kränkungs- und Verletzungspotential, aber auch die Verteidungsreden und Ausreden schon ahnen. Wer das antizipiert, braucht Vertrauen in seine Konfliktregulationskompetenz. Wenn man die Aufmerksamkeit darauf lenkt, ob der andere den Sachfragen und Problemstellung grundsätzlich gewachsen ist oder diese verstanden hat, ist es wichtig, sich erstens nicht gleich sachlich durch Gegenargumente beruhigen zu lassen, und zweitens sozial deutlich zu machen, dass es keine persönliche Angelegenheit ist. Sonst droht man sofort die Modi „Feindlich“, „Verneinend“ und „Sendend“ gleich mit zu aktivieren. Dies erleichtert die Diskussion von inhaltlichem Dissens in der Regel nicht. Auf jede Unterstellung der Gegenseite – „Das sagen Sie doch nur, weil Sie mich nicht mögen“ – gilt es sofort zu reagieren, damit sich die Konfliktdynamik nicht unbemerkt eskalierend entwickelt.

Wichtig ist allerdings auch, selbst zu bemerken, wann man in dysfunktionaler Weise an der Meinung festhält, dass die Meinung der anderen generell nichts taugt. Das kann daran liegen, dass man aus Ohnmacht, aus Verzweiflung oder aus der Ahnung selbst falsch zu liegen, die Konfliktthemen breit und weit hält, da man am spezifischen Punkt nicht weiter kommt.