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Regel und Situation

Im Umgang mit Regeln spielen zwei Unterscheidungen für das Verstehen der Dynamik einer Organisation eine große Rolle. Jede Organisation muss fortlaufend prüfen, ob Regeln zur Situation passen. Dafür stehen ihr zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Regel kann entweder benutzt werden oder inaktiv bleiben oder
  • es wird geklärt, ob sie aufrechterhalten oder verändert wird.

Organisationen müssen beide Möglichkeiten nutzen, um ausreichend Freiraum für den Umgang mit der konkreten Gegenwart zu haben. Denn jede Situation ist in ihrer Komplexität jeder Regel überlegen. Die oben genannten beiden Varianten sind in ihrer Kombination und Ausprägung sehr musterbildend für Organisationen.

Dabei ist zu beachten, dass wenn die Entscheidung zugunsten einer unbedingten Beachtung einer Regel getroffen worden ist – sie also aktiviert werden muss! -, eine Abweichung als Fehler, Ungehorsam, Illegalität o.a. interpretiert wird. Man treibt somit die Situationsanpassung in den „Untergrund“. In vielen Fällen bleibt den organisationsmitgliedern nichts anderes übrig, als diesen Weg zu gehen, gerade dann, wenn sie am Gelingen des Arbeitsprozesse Interesse haben. Folglich gehen rigide Beachtungsvorschriften von Regeln immer mit dieser „Gefahr“ einher.