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Personalentwicklung

Personalentwicklung gründet letztlich in der Idee, dass die Kompetenz von Personen zur Ausübung von Rollen und dem Erfüllen von Stellenerwartungen verbessert werden kann. Sie ist so ein Gegengewicht zu dem Vorgehen, dass bei Inkompetenz der Person sie gegen eine andere ausgetauscht wird, also dem was man eher als Personalpolitik bezeichnet. Können sich erwachsene Menschen verändern? Die soziologische Systemtheorie ist hier schon immer skeptisch. Nicht zuletzt deshalb kann man Personen als Entscheidungsprämissen ansehen, eben weil man erwarten kann, dass unterschiedliche Personen stabil(!) unterschiedlich entscheiden.

Aus der Sicht einer „psychologischen“ Systemtheorie ist dies differenzierter zu sehen. Einerseits sind Schemata ein höchst stabiles Phänomen der Psychodynamik, andererseits werden hoch entwickelte Interventionsmöglichkeiten, die solche Schemata verändern können, erst in jüngerer Zeit z.B. über bestimmte Varianten von Coaching in Organisationen gezielt genutzt. Der Schwerpunkt der Personalentwicklung lag lange Jahre in der Verbesserungen von Verhaltens-Kompetenzen (= Trainings) und in der Verbesserung der Reflexionsfähigkeit (= Feedback). Beides führt ohne veränderte innere Haltungen meist nicht zum gewünschten Ergebnis: Das sich die betroffene Person als Entscheidungsprämisse der Organisationen verändert und stabil mit anderem Entscheidungsverhalten zu rechnen ist.

Der Personalentwicklung kommt von daher die Rolle zu, Kriterien zu liefern, wann mit Wechsel der Person, wann mit dem Aufbau von Kompetenzen und wann mit der Veränderung psychischer Entscheidungsschemata zu reagieren ist. Letzteres setzt wiederum die Kompetenz voraus, entsprechende Beratungformen zu kennen und auszuwählen.