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Oszillation in der Teamreflexion

Die Leitunterscheidung Reflektieren/Unreflektiert belassen in Bezug auf die Zielbearbeitung in Teams ist Ausdruck einer Paradoxie. Deren Bearbeitung führt – wie bei allen Paradoxien – zu oszillierenden Effekten.

Gemeinschaftliches Reflektieren schafft Transparenz, da nicht über etwas gesprochen werden kann, worüber es keine offenen Informationen oder gemeinsame Wahrnehmungen gibt. An Teamreflexion partizipieren demnach alle. Sobald jedoch über etwas gesprochen wird („Arbeiten die an der Hotline denn effizient?“) wird das von denjenigen, über die gesprochen wird, leicht als Einmischung empfunden. Dies löst bei den Betroffenen schnell und häufig Reaktionen aus, die defensiv und abkapselnd wirken und meist auch so gemeint sind („Natürlich wissen wir was wir tun! Wir finden, wir sollten über etwas reden, was alle betrifft und nicht nur ein paar. Das ist unsere Sache!“). Je mehr das respektiert wird, desto größer wird jedoch meist wieder der Druck Richtung Partizipation und Transparenz.

Die oszillierende Reihe schaut demnach so aus: Reflexionsbedarf >> Transparenz- und Partizipationsnotwendigkeit >> Abkapselungsseffekte >> Blackbox und Reflexionsverbot >> Reflexionsbedarf >>

Solche Oszillationen zwischen den Entscheidungspolen werden häufig beklagt, weil sie so interpretiert werden, dass man nicht weiß, wo es lang geht oder was nun richtig ist. In dieser Theorie wird dieses Phänomen allerdings als Entfaltung einer Paradoxie in der Zeit angesehen – und ist deshalb untilgbar ein Aspekt von Teamdynamiken.