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Nils Brunsson

Nils Brunsson richtete seine Forschungen ganz besonders auf das, was N. Luhmann mal die ‚Poesie der Reformen‘ nannte. Er untersuchte die Dramaturgie von Veränderungsvorhaben in Organisationen. Warum ist nach der Reform immer vor der Reform? Warum erreichen Reformvorhaben (im heutigen Sprachgebrauch ‚Change Projekte‘) so selten ihr Ziel bzw. werden von Aktivitäten abgelöst, die genau wieder die Gegenrichtung adressieren?  (Zentralisierung – Dezentralisierung, Diversifikation – Kernkompetenz, Funktionale Struktur – Projektstruktur etc.).

Dass Organisationen über sich Bipolaritäten stabilisieren und daher zwischen diesen Polen oszillieren, rückte so in den Blickpunkt. Damit dies möglich ist, muss die Organisation vergessen, dass sie schon mal war, wo sie nun wieder hin will. Dies gelingt u.a. durch die Versprechungen, mit denen das (alte) Neue aufgeladen wird und durch das Wissen, dass nicht so kommen wird, wie versprochen wird. Die Paradoxien der Veränderung lassen sich in seinen Schriften sehr anschaulich studieren.