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Lernend

Lernend im Sinn des Leitprozesses Vergangenheitsbehandlung trifft eine Organisation dann Entscheidungen, wenn Neues geschehen soll. Das kann sich auf alle anderen Leitprozesse beziehen. In jeder Entscheidung wird immer auch mitentschieden, ob Neues einfließt (oder Altes stabil gehalten wird).

Organisationen können sich auch radikaler mit diesem Leitprozess beschäftigt, wenn sehr grundsätzliche Themen oder sehr riskante Fragen auf ihre Veränderungsnotwendigkeit hin untersucht werden (Culture-Change-Projekte, Strategiewechsel, Produkteinstellung, Massenentlassungen etc.). Speziell solche Lernvorgänge brauchen andere Formen der Führung als eine simple Anordnung: „Anders machen!“. Instruktionen sind so ziemlich das schwächste Mittel, um ein Lernen der Organisation wahrscheinlich zu machen.

In dynamischen Umwelten – in denen ständig gelernt werden muss, um zu überleben – braucht es besondere organisationale, gruppendynamische und psychische Fähigkeiten, um in diesem Leitprozess mit der Dauerirritation, dass sich Bestehendes überholt hat, gut fertig werden zu können. Auf der organisationalen Ebene sind dazu erhebliche Kommunikations- und Abstimmungsprozesse erforderlich, auf der gruppendynamischen Ebene die Fähigkeit unterschiedliche Meinungen aufkommen zu lassen und nutzen zu können und auf der psychischen Ebene der Verzicht sich mit vergangener Kompetenz und veralteten Meinungen zu identifizieren. Weil nichts davon selbstverständlich ist, ist ein lernender Umgang mit der Vergangenheit für Organisationen nie leicht.