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Kündigen

Kündigen beendet die Mitgliedschaft einer Person in einer Organisation. So selbstverständlich das klingt, so hat es doch eine Reihe von Implikaten, die  für das Verständnis von Organisationen und Personen wichtig sind.

Aus Sicht der Organisation ist mit einer Kündigung die Aussage verbunden, dass die Person nicht mehr die Bedingungen erfüllt, die an die Mitgliedschaft geknüpft sind (etwa Arbeitsleistung, Verhalten), oder die Organisation selbst nicht mehr die Bedingungen der Mitgliedschaft erfüllen kann (Stelle fällt weg; Gewinn reicht für Gehaltszahlung nicht mehr etc.). Damit schafft sich eine Organisation Spielraum für bessere Leistungserbringung und entgeht damit dem „Verwertungszwang“, den es haben würde, wenn es unter allen Umständen jemand weiter beschäftigen müsste.

Aus Sicht der Person ist Kündigung mit der Aussage verbunden, dass anderswo die Karrierechancen besser sind (höhere Stelle), als vorteilhafter erscheinen (Aufstiegschancen) oder die Aufgabe/Umgebung attraktiver scheint (Arbeitsplatz, Team, Wegzeiten, Wegfall von Stress oder Konflikt etc.). Die Person nutzt also das Konstrukt Mitgliedschaft, um Flexibilität zugunsten besserer Motivation zu nutzen. Diese Ungewissheit zu tolerieren ist wiederum ein Fähigkeit, die Menschen in unterschiedlichem Ausmass zur Verfügung steht.

An diesen vertrauten Phänomenen wird klar, wie leistungsfähig „Mitgliedschaft“ als Form der Kopplung von Organisation und Person ist. Zur Gefahr wird diese Form immer dann, wenn eine der beiden Seiten sich mit einem Mangel an Alternativen konfrontiert sieht, also wenig Risikomöglichkeiten hat. Wer keinen neuen Mitarbeiter oder keine neue Stelle findet, der kann nur mehr auf die Zeit hoffen, die neue Gelegenheiten offeriert und seine Attraktivität für Bewerber oder Bewerbungsverfahren verbessert.