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Kommunikationsstimulation durch Kontrolle

Wo immer Organisationen kontrollierend vorgehen, ensteht eine Situation die Kommunikation stimuliert. Jede Rücksprache, jede Budget- und Finanzplanung, Meetings über die aktuellen Controllingzahlen, Jahresziel- und Zielerreichungsgespräche sind eine Form der Kommunikation und oft verbunden mit Entscheidungen. Über die Strukturen der Kontrollmechanismen und ihr Ineinandergreifen entscheidet eine Organisation also auch immer mit, wo, wann, mit wem, worüber und mit welcher Zielsetzung kommuniziert wird. Kontrollprozesse stimulieren also bedeutsame Kommunikation in Organisationen. Das ist aus systemtheoretischer Sicht eine wichtige Erklärung dafür, dass in den allermeisten Organisationen so viel Augenmerk der Mitarbeiter darauf gelegt wird, wer an welchen Besprechungen in welcher Rolle teilnimmt. Meetingstrukturen sind daher ebenso wie die informellen Kanäle, die darüber bestimmen, wer auf wen achtet, ein zentraler Mechanismus im Umgang mit sozialer Komplexität und der Beteiligung oder dem Ausschluss von Entscheidern.

Die Gestaltung und Analyse dieser Strukturen ist daher für Management und Beratung ein wichtiger Fokus: Hierdurch können Kommunikationsmuster erkannt und bei Bedarf besonders effizient verändert werden. Kaum etwas hat aus Sicht dieser Organisationstheorie mehr Einfluss auf die Stabilität oder Veränderung von Organisationen wie eine Änderung von Meetings (Tagesordnungen, Rhythmen, Dauer, Teilnehmerzusammensetzung und Entscheidungsrechte).