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Innenorientiert

Sucht man ein Beispiel für eine innenorientierte Organisation, stellt man sich am besten ein Krankenhaus in alten Zeiten vor: Klare und eiserne Besuchsregelungen, wenig Information für den Patienten, klarer Schichtplan mit Waschen und Füttern der Patienten ab fünf Uhr morgens, Einheitsessen, alle Macht beim Arzt und dessen Urteil, was für den Patienten das Beste ist.

Innenorientiert fallen Entscheidungen dann, wenn sie den Bezugspunkt nicht beim Leistungsempfänger, sondern bei der Leistungserbringung haben. In Organisationen, die an diesem Pol sind, herrscht eher Forschung und Entwicklung und nicht der Vertrieb, herrscht Controlling und nicht Marketing, herrscht die Vorschrift und nicht der Kunde.

Eine Organisation kann sich im „Ganzen“ eher innen- oder außenorientiert gestalten, genauso können sich aber unterschiedliche Bereiche, Abteilungen oder Teams so oder so formieren oder eben einzelne Entscheidungen auf innere oder äußere Umwelten abzielen. Innenorientierte Entscheidungen sind im Wortsinne oft naheliegender, da das unmittelbar wahrnehmbare Gegenüber sehr viel häufiger der direkte Kollege und nicht der Kunde oder der Kollege am anderen Standort ist. D.h. Mitarbeiter neigen dazu, sich in ihren Entscheidungen an dem auszurichten, was Harmonie am eigenen Ort und Konflikt anderswo schafft. Dies ist der Grund, warum in Organisationen auf Dauer bei Erfolg und Wachstum eine Asymmetrie zu Gunsten der Innenorientierung zu beobachten ist.