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Führungskraft und Zielsetzung

Due Verbindung liegt schon im Wortsinn: Üblicherweise wird eine Führungskraft als jemand gesehen, der andere folgen sollen. Wer führt, braucht also ein Ziel hinter dem sich die anderen zum Folgen versammeln sollen. Dieses immer noch von heroischen Vorstellungen geprägte Verständnis – siehe Moses, der das rote Meer teilt und dem Volk den trockenen Meeresboden zum Durchlaufen darbietet –  über- und belastet Führungskräfte immer mehr. In relativ stabilen Umwelten mag das noch gehen, in dynamischen, komplexen Verhältnissen, ist der Einzelne mit dieser Aufgabe zunehmend überlastet.

Dennoch gilt es sich klar zu machen, welchen Beitrag zum Leitprozess Zielsetzung ganz besonders von der Führungskraft in ihrer Rolle erbracht werden muss. Hier ist vorrangig die ständige Aktualisierung des gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus auf das Ziel zu nennen. Das ist nötig, damit die notwendige Sicherheit im Team, dass es allen um das Gleiche geht und das Gleiche sich nicht ändert, ohne dass man das explizit mitbekommt. Dies verlangt der Führungskraft viel mehr Kommunikation ab, als dies vermutet wird. „Ich habe doch gesagt, was zu tun ist, alle wissen Bescheid!“. Es braucht viel mehr als etwas gehört zu haben, um hinter etwas zu stehen. Diesen Prozess der Identifikation der Teammitglieder mit dem Ziel zu gestalten, ist Führungsrolle. Die psychische Grundlage, um das kompetent zu tun, ist ein Verzicht auf vorschnelle Gefolgschaftserwartungen. Dazu muss man es aushalten können, vorübergehend allein da zu stehen und sich dennoch nicht im Stich gelassen zu fühlen. Es braucht aber auch die Fähigkeit zwischen Erläutern und Zuhören wechseln zu können, also nicht nur im Verlautbarungsmodus unterwegs zu sein. Auch dies geht nur, wenn jemand die Fähigkeit besitzt, sich anderen zu öffnen trotz Vorliegen einer klaren, festen (und damit geschlossenen) Meinung. Schon wieder ein Paradox.