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Erwartungen an Teamarbeit

Teamarbeit war im letzten Drittel des letzten Jahrhunderts Hoffnungsträger: Sie war verbunden mit emanzipatorischen Ideen der Befreiung oder zumindest Abmilderung von Hierarchien, sie war verknüpft mit einem Abschied von „entfremdeten“ Arbeitsbedingungen (Mensch mit Mensch statt mit Maschine) und sie war ein Versprechen sich in Arbeitsteams entfalten zu können, kreativ zu sein und sozial geborgen. Diese Hoffnungen wurden weitgehend enttäuscht, ebenso die Idee, dass Teamarbeit grundsätzlich kreativ, innovativ und synergiereich sei. Dass man gemeinsam doof sein kann (F. Simon), weiß man mittlerweile. Ebenso dass in Teams Phänomene wie Mobbing, böse Konkurrenz, Grabenkämpfe und Intrigen die Motivation ähnlich in den Keller fahren können wie unfähige Vorgesetzte das konnten und können.

Das Loblied der Teamarbeit ist ausgesungen. Die Ernüchterung tut dem Ganzen gleichwohl eher gut, macht sie doch den dafür Blick frei, unter welchen Umständen, zu welchen Aufgabenstellungen und mit welchen Vorgehensweisen Teams sowohl für die Organisation als auch für Kunden wie für die Teammitglieder mehr Nutzen stiften können, als es mit einem Nebeneinanderherarbeiten möglich wäre. Ein nicht eben unwesentlicher Umstand dabei ist, dass die Mitglieder eines Teams dasselbe nicht mit zu hohen Erwartungen an Verständnis, Heimat, Euphorie, Wertschätzungswünschen, Familienersatz und Harmonie aufladen dürfen. Sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert.