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Dialogisch

Dia-logisch meint im griechischen Wortsinn ineinander fließende Worte unterschiedlicher Personen. Davon wird häufig der Monolog unterschieden, bei dem der Sprecher mit sich selbst spricht. Diese Unterscheidung markiert einen wichtigen Aspekt der Konfliktdynamik. Je weniger man Anlass sieht, sich mit dem anderen zu beschäftigen und sich im Kontakt auf ihn zu beziehen, desto stabiler wird ein Konflikt.
Dialogischer Kontakt ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kommunikation – auch im Konfliktfall – hin und her fließt. Selbst wenn die Mitteilung/Information des einen durch den anderen abgelehnt wird, macht es einen Unterschied, ob die „Gegenrede“ Bezüge zum Vorherigen aufweist oder nur zum Anlass wird, eigene Standpunkte zu vertreten. Das Eskalationsbeispiel wäre etwa, wenn man sich wechselseitig anschreit und Forderungen, Anschuldigungen oder Drohungen formuliert. Dialogisch wird es auch bei Widerspruch dann, wenn die wahrgenommenen Unterschiede als Unterschiede angesehen werden und nicht als absichtlich gegeneinander gerichtete Impulse, die auch so gewollt werden. Es bleibt die Annahme im Kommunikationsraum, dass es sich lohnt, sich mit dem Unterschied zu beschäftigen und es bleibt die Bereitschaft, trotz widersprüchlicher Perspektiven dem anderen nicht die Achtung zu entziehen.
Wer laufende Konflikte bremsen will, sollte versuchen, dialogisch zu werden. Wer verkrustete Konflikte aufbrechen will, sollte damit rechnen, dass die Dialogversuche ignoriert werden und selbst auf Dialogorientierung (zunächst) verzichten.