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Erwartungen der Mitglieder an Teams

Teammitglieder nutzen die Arbeitsumgebung für ihre Bedürfnisse. Das ist normal und wichtig, will man gern arbeiten. Diese Bedürfnisse führen zu Erwartungen an Teams. Da die seelischen Bedürfnisse in sich polar sind, ist jedes Team von Seiten des Personals spannungsgeladenen Erwartungen ausgesetzt, die durch Regulation und Kommunikation bearbeitet werden müssen und nie glatt aufgehen.

Die drei Polaritäten der Grundbedürfnisse sind:

  • Bindung: Einerseits erwarten die Mitglieder, dass das Team Nähe ermöglicht und man sich im Team verstanden und sicher fühlt, auf der anderen Seite erwarten die Mitglieder, dass es ihnen ermöglicht wird in Distanz zu anderen zu bleiben, sich nicht mit jedem anfreunden zu müssen, keinen „Zwang zum DU“ zu haben und in Ruhe seiner Arbeit nachgehen zu können.
  • Selbstbestimmung: Einerseits erwarten die Mitglieder, dass das Team Freiheit ermöglicht und man im Team autonom und nach eigenen Regeln arbeiten kann, auf der anderen Seite erwarten die Mitglieder, dass sie mit Sicherheit versorgt werden, indem es klare Regeln für alle gibt, man weiß, wo es für alle hingehen soll, dass Gerechtigkeit herrscht und die Dinge transparent sind.
  • Selbstachtung: Einerseits erwarten die Mitglieder, dass das Team Einzigartigkeit ermöglicht und man sich im Team hervortun darf und Anerkennung für individuelle Leistungen bekommt, auf der anderen Seite erwarten die Mitglieder, dass sie Zugehörigkeit erleben und damit stressige Konkurrenz wegfällt, man sich wechselseitig unterstützt und Minderleistung von allen kompensiert wird.

In allen Fällen liegt in den Erwartungen ein inhärenter Widerspruch und dennoch wollen die Teammitglieder nicht einen Pol oder ein Anliegen zur Gänze aufgeben. Dazu kommt, dass nicht alle Teammitglieder ihre Erwartungen aus Bedürfnissen ableiten, sondern viele auch aus Ersatzbedürfnissen, was weiteren – dysfunktionalen – Druck auf die Teamdynamik ausübt.