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Achtsamkeit in Organisationen

Achtsamkeit ist eine Kompetenz von Personen. Es kann daher keine achtsamen Organisationen geben. Dies ist vergleichbar damit, dass zwar der Körper Verdauung hat, aber eben nicht die Psyche. An diesem Vergleich lässt sich aber auch erkennen, dass es durchaus einen Einfluss auf die Psyche hat, ob und wie der Körper verdaut. Psyche und Körper sind fix gekoppelt und Personal und Organisation ebenso. Daher spielt es ein markante Rolle, ob und wie das Personal in Organisationen achtsam ist und – umgekehrt – ob und wie die Kommunikationsmuster der Organisation Achtsamkeit von Personen ermutigen oder erschweren.

Je komplexer die organisationale Umwelt und je instalbiler die Verhältnissee, desto ungewisser sind die Entscheidungen und – vor allem – desto unklarer sind die Entscheidungsnotwendigkeiten („Ist das nun wichtig oder nicht?“). Deshalb wird es zunehmend zu einer Kernkompetenz von Organisationen über Planungsprozesse hinaus Alternativen der Steuerung zu entwickeln. Dabei kommt der Achtsamkeit des Personals für schwache Signale, für Ausnahmen, für Musterwechsel, für Variantenreichtum, für Alternativenpflege, für Konfliktnotwendigkeiten, Dialogprozesse, für Flexibilitätsanforderungen die oben postulierte Bedeutung zu. Nur was wahrgenommen wird, kann besprochen werden und in Entscheidungsprozesse einfließen. So wird das Organisieren kollektiver Achtsamkeit (Gebauer) zu einer Aufgabe, die für das Überleben von Organisationen unabdingbar wird.