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Repräsentanzen

Repräsentanz ist in dieser Theorie die Bezeichnung für einen spezifischen Erlebenszustand der eigenen Person. Wir verstehen die Psyche nicht als konsistentes Ding (DAS Selbst), sondern als eine spezifische Form der Gegenwartsaktualisierung: „Ich bin dieser spezielle Moment!“ Diese Zustände können sehr kontextabhängig sein (im Büro der Tyrann, zu Hause der Pantoffelheld), bedürfnisabhängig (Angst vor Nähe, aber angstfrei beim Reden-Halten) oder zustandsabhängig (entspannt sehr freundlich, aber unter Stress sehr verurteilend). Komplex wird diese Fähigkeit der Psyche dann, wenn

  • bestimmte Repräsentanzen gar nicht bewusst sind (aber wirksam),
  • nicht als Teil der eigenen Person gesehen werden (sondern beim anderen bekämpft werden),
  • nicht sein dürfen (weil mit inneren Verboten belegt),
  • nicht unterstützt werden (weil zu ungeübt),
  • nicht gezeigt werden dürfen (wegen Angst vor Ablehnung),
  • als unsinnig klassifiziert werden (weil nicht verstanden),
  • oder nicht klar erlebt werden (weil diffus alles vermischt ist).

Daher kommt der Trennung unterschiedlicher Repräsentanzen und ihrer prägnanten Wahrnehmung eine zentrale Bedeutung im Hinblick auf Veränderung zu. Selbstverantwortung und Selbststeuerung ist nur möglich, wenn alle Aspekte und Potentiale der eigenen Person einem selbst auch zugänglich sind und sein dürfen. In den vielfältigen Varianten in denen sich vergleichbare Konzepte in der Psychologie breit gemacht haben (z. B. Ego-States, Schema, inneres Team, IfS), spiegelt sich die Bedeutung dieses Phänomens wieder.



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